Fredericksburg (German version)

dimanche 4 janvier 2009
par jean-paul kirkbride

Vorgeschichte der Schlacht

Der amerikanische Bürgerkrieg in seiner Vielschichtigkeit ist Forschungsgegenstand unzähliger Publikationen aus dem englischsprachigen Raum. Insbesondere die Schlacht von Gettysburg, sicherlich auch vielen Lesern bekannt aus dem monumentalen Spielfilm, bildet dabei den Untersuchungsschwerpunkt. Diese Schlacht gilt als Wendepunkt des Bürgerkrieges. Der nachfolgende Artikel möchte sich allerdings mit einem anderen Ereignis befassen : Der Schlacht von Fredericksburg, die ungefähr ein halbes Jahr vor Gettysburg stattfand. Diese Schlacht besticht vor allem durch ihre Sinnlosigkeit, durch unzählige Sturmangriffe der Unionsseite auf eine gut befestigte Stellung der Konföderierten. Die Leser, die aus nostalgischen Gründen, den Rebellentruppen ihre Liebe entgegenbringen, werden aus dem nachfolgenden Bericht einige Anregungen für ein Diorama entnehmen können, immerhin sah Fredericksburg den Süden nochmals als überragenden Sieger. Dennoch sollten wir nicht vergessen, daß diese Schlacht, wirklich die Bezeichnung einer Schlacht verdient. In ihrer Sinnlosigkeit wirkt sie nach meiner Meinung noch stärker, als das bekanntere Treffen bei Gettysburg.

Nach der Antietam – Sharpsburg Kampagne (17.9.1862) erwartete der US Präsident Lincoln von der Potomac Armee und ihrem Befehlshaber McClellan energische Schritte gegen General Lee und seine Armee von Nordvirginia. McClellan, ein notorischer Zauderer, hatte die strategischen Vorteile nach der Schlacht von Sharpsburg (Antietam) nicht auszunutzen gewußt. Das sollte er nunmehr ändern. Allerdings reagierte er in seiner gewohnt langsamen Art. Dies veranlaßte Lincoln, McClellan in seinem Kommando abzulösen. Neuer Befehlshaber wurde Ambrose Burnside (7. November 1862). Burnside mußte sich nun Gedanken darüber machen, wie er der Bedrohung durch General Lee beikommen konnte. Lincoln und General Halleck (Oberbefehlshaber der Armee) waren der Meinung, daß Burnside die Rebellentruppen teilen sollte : Zunächst seien Longstreet und Lee bei Culpeper zu schlagen, danach sollten sich die Truppen ins Shenandoah Tal begeben, um dort General Jackson entgegenzutreten. Burnside entwickelte allerdings eigene Ideen. Er glaubte Lee umgehen zu können. Danach wollte er Fredericksburg nehmen und sich von hier aus direkt nach Richmond begeben, also die Offensive direkt vor die Hauptstadt der Konföderation führen, und damit den Krieg beenden. Der ganze Plan basierte auf Geschwindigkeit. Burnside mußte den Kräften der Konföderierten zuvorkommen. Jedenfalls erhielt Burnside die Erlaubnis von Lincoln seinen Plan in die Tat umzusetzen. Zunächst strukturierte er die Army of Potomac um. Es wurden drei sogenannte Grand Divisions gebildet. Die „Right Grand Division“ (General Edwin V. Sumner) umfaßte das 2. Korps (General Couch) und das 9. Korps (General Wilcox). Die „Center Grand Division“ (General Joe Hooker) setzte sich aus dem 3. Korps (General Stoneman) und dem 5. Korps (General Butterfield) zusammen. Die „Left Grand Division“ (General William B. Franklin) wurde schließlich aus dem 1. Korps (General Reynolds) und dem 6. Korps (General William F. Smith) gebildet. Insgesamt umfaßte die Armee 115.000 Soldaten.

Am 15. November 1862 erteilte Burnside den Marschbefehl. Sumners Grand Division bildete die Marschspitze. Dieser erreichte innerhalb von zwei Tagen Falmouth, eine kleine Stadt im Norden von Fredericksburg. Auch die beiden anderen Grand Divisions erreichten die Stadt am anderen Tag. Noch nie war die Army of Potomac so schnell geführt worden. Doch unglücklicherweise fiel Burnside in den üblichen Trott zurück. Zunächst untersagte er Sumner die Überquerung des Rappahannock, weil er Hochwasser befürchtete, das seine Grand Division vom Rest der Armee abschneiden könnte. Auch der Vorschlag Hookers den Fluß weiter nördlich an der United States Ford zu überqueren, wurde nicht berücksichtigt. Burnside wollte auf eine ausreichende Zahl von Pontons warten, um den Fluß sicher überqueren zu können. Dieses neuerliche Zögern eines US Kommandanten spielte natürlich in die Hände der Konföderierten. Lee hatte bereits am 17. von dem Vormarsch der Unionstruppen Kenntnis erhalten. Am 18. sandte er deshalb zwei Divisionen Longstreets aus, um den Vormarsch der Union zu blockieren. General Ramsomes Division rückte gegen den North Anna River vor, während die Division General McLaws direkt auf Fredericksburg vorrückte. Als Lee von seinem Kavalleriegeneral JEB Stuart die Bestätigung erhielt, daß die Unionstruppen nördlich Fredericksburg standen, dirigierte er auch die Division Ransomes in diese Richtung. Gleichzeitig setzte Lee auch die anderen Divisionen Longstreets in Marsch. Danach benachrichtigte Lee General Jackson im Shenandoah Valley, daß dieser einen Teil seiner Truppen ebenfalls nach Fredericksburg senden solle. Der Rest sollte allerdings das Tal bewachen, um einen Vorstoß des Nordens von Harpers Ferry aus südwärts zu verhindern. Lee marschierte schnell gegen Fredericksburg, allerdings suchte er nicht die Schlacht. Im erschien das Gebiet am North Anna River wesentlich günstiger. Allerdings wollte er seine Entscheidung von einem Bericht Longstreets abhängig machen. Dieser fand das Gebiet um Fredericksburg hervorragend für eine Schlacht. Er begann deshalb sofort damit seine Truppen auf den Höhen rund um Fredericksburg auf einer 7 Meilen langen Frontlinie zu stationieren. Zwischen dem Rappahannock und Marye’s Heights im Nordwesten der Stadt nahm General Andersons Divison Aufstellung. Hieran schloß sich die Division General McLaws an, dessen Truppen sich über den Höhenzügen entlang des Telegraph Hill bis zum Wald erstreckten. Picketts Division nahm am Waldrand Aufstellung. Den rechten Flügel bildete die Division General Hoods. Die Aufstellung dieser Division zog sich bis nach Hamiltons Crossing. Ransomes Division stand hinter McLaw in der Reserve. Longstreet berichtete Lee, daß er eine starke defensive Position bezogen hätte, und er diese auch verteidigen könne. Nachdem Lee noch zudem entsprechende Befehle aus Richmond erhalten hatte, entschied er sich die Schlacht an diesem Platz anzunehmen. Deshalb sandte er auch am 26. November entsprechende Befehle an Jackson. Dieser hatte bereits am 22. seine Truppen in Marsch gesetzt, die Entwicklung vorausahnend. Am 29. erreichte Jackson Fredericksburg. Sein Korps wurde im Süden plaziert, um einen eventuellen Übergang der Unionstruppen südlich der Stadt zu verhindern.

Ganz im Gegensatz zu der schnellen Entwicklung auf der konföderierten Seite, standen die Unternehmungen der Union. Burnside wartete immer noch auf seine Pontons. Diese erreichten ihn schließlich am 25., also zu einem Zeitpunkt, als der Großteil der konföderierten Truppen bereits Aufstellung genommen hatte. Mit dieser Tatsache konfrontiert, berief Burnside eine Besprechung mit seinen Kommandeuren der Grand Divisions ein. Die Konferenz kam zu dem Ergebnis, daß man sich besser südlich wende, um bei Skinkers Neck den Rappahannock zu überqueren. Kanonenboote sollten hier zunächst die Position der Konföderierten erkunden. Die Boote wurden allerdings von konföderierten Küstenbatterien zurückgeschlagen. Gleichzeitig ließ Burnside Erkundungen von Heißluftballons durchführen – eine sehr interessante Tatsache, wie ich meine -. Diese entdeckten bei Skinkers Neck die Divisionen von Early und D.H. Hill. Diese Tatsache ließ bei Burnside den Gedanken keimen, daß Lee seine Pläne durchschaut habe. So entschloß er sich wieder von seinem Plan Abstand zu nehmen und Lee doch bei Fredericksburg anzugreifen, vermutend das dieser seine Mitte geschwächt hätte. Am 9. Dezember unterrichtete er Washington von seinen neuen, alten Plänen.

Die Konföderierten nutzen natürlich die Untätigkeit der Union. Die Soldaten begannen damit ihre Stellungen auszubauen, um sich bessere Verteidigungspositionen zu schaffen. Gleichzeitig wurde die Brigade General Barksdales in der Stadt selbst aufgestellt, um einem eventuellen Übergang der Unionstruppen mit Sperrfeuer zu begegnen. Diese Truppen sollten allerdings den Übergang nicht verhindern, sondern vielmehr stören. Danach sollten sie sich kämpfend auf die Hauptlinie zurückfallen lassen. Lee, Longstreet und Jackson konnten mit der Entwicklung zufrieden sein.

Am Abend des 10. Dezember berief Burnside seine Kommandeure zu sich. Er teilte ihnen mit, daß man am nächsten Tag mit der Überquerung des Rappahannock beginnen werde. Franklins Grand Division sollte südlich der Stadt über die Stadt gehen, während Sumner seinen Weg direkt durch die Stadt suchen sollte. Hooker wurde angewiesen seine Truppen zu teilen, um beiden Schützenhilfe zu leisten. Weitere Befehle erhielten die Kommandeure nicht. Keiner wußte, was nach einer erfolgreichen Überquerung des Rappahannock geschehen sollte.

In den frühen Morgenstunden des 11. machten sich die Pioniere des Nordens an ihre Arbeit. An der nördlichen Brücke, die direkt in die Stadt führen sollte, wurden die Pioniere des 50th New York, an der südlichen die Pioniere des 15th New York tätig. Der Brückenschlag im Süden ging sehr schnell voran, weil hier nur zwei Kompanien des 18th Mississippi Regimentes der Konföderierten den Übergang stören sollten. Diese Kompanien wurden von Unionsartillerie unter Beschuß genommen, so daß sie sich zurückziehen mußten. Die Brücke war um 9.30 Uhr fertiggestellt. Franklin erhielt allerdings den Befehl noch auszuharren, bis die zweite Brücke fertiggestellt sein würde.

An der nördlichen Brücke sah die Situation völlig anders aus. Nachdem zwei Kanonenschüsse, das verabredete Signal, die Konföderierten in Bereitschaft versetzt hatten, begannen Barksdales Männer damit, die Pioniere unter gezieltes Feuer zu nehmen. Diese zogen sich zurück und die Unionsartillerie eröffnete auch hier den Beschuß. Als die Pioniere allerdings wieder zur Brücke zurückkehrten, wurden sie wiederum von den Konföderierten empfangen. Dieses Hin- und Her zog sich über den ganzen Morgen. Schließlich, gegen 13 Uhr, massierte Burnsides Artilleriekommandeur, General Henry Hunt, 100 Geschütze gegenüber der Stadt. Innerhalb der nächsten zwei Stunden wurden insgesamt 5000 Geschosse in die Straßen der Stadt gefeuert. Die Stadt wurde zwar zerstört, überall brannten Feuer, aber Barksdales Männer standen gut gedeckt in ihren Stellungen. Nachdem auch das Artilleriefeuer keine Ergebnisse nach sich gezogen hatte, befahl Burnside auf Vorschlag Hunts, die Zusammenstellung eines Stoßtrupps, der auf Booten den Fluß überqueren und einen Brückenkopf bilden sollte. Freiwillige meldeten sich aus folgenden Regimentern : 19th und 20th Massachusetts, 7th Michigan und 89th New York.

Die Konföderierten empfingen die Boote mit einem immensen Feuer ; allerdings gelang das Landeunternehmen. Die Unionstruppen wandten sich sofort gegen Barksdales Männer. Diese ließen sich geschickt zurückfallen, wobei sie den Unionstruppen empfindliche Verluste zufügten. Gegen 16.30 Uhr gab Longstreet Barksdale den Befehl zum Rückzug. Die Männer hatten ihre Aufgabe erfüllt. Sumners Übergang war fast einen ganzen Tag aufgehalten worden. Zum gleichen Zeitpunkt erhielt Franklin im Süden die Erlaubnis die Brücke zu passieren. Als erstes setzte die Brigade Deven über. Dieser sollten zwei Regimenter einer anderen Brigade folgen. Burnside änderte aber wieder einmal seine Meinung. Nur Devens Brigade sollte den Brückenkopf halten. Erst am nächsten Tag würden dann die anderen Truppen folgen.

Ganz im Gegensatz zur unentschlossenen Haltung Burnsides reagierte Lee. Am Abend des 11. November beorderte er Jackson mit zwei seiner Divisionen näher an Fredericksburg heran. Sowohl A.P. Hills Division als auch Jacksons Division, die von General Taliaferro befehligt wurde, erreichten die Schlachtlinie und verkürzten die langgezogenen Linien General Hoods. Hood rückte etwas nach links während Taliaferros Männer hinter Hill Aufstellung bezogen. JEB Stuarts Kavallerie stand in der Nähe von Hamiltons Crossing.

Der 12. Dezember begann mit der Überquerung des Rappahannock seitens der Unionstruppen. Burnside war immer noch unsicher, was er jetzt tun sollte, und so verging nochmals ein Tag ohne das die Unionsarmee zur Tat schritt. Folge der Untätigkeit war allerdings die vollständige Vernichtung und Plünderung Fredericksburgs durch Soldaten der Union, ein absolut überflüssiger und wandalischer Akt in der Geschichte des Bürgerkrieges. Im Süden der Stadt überquerten die Korps der Generäle Smith und Reynolds den Fluß und bezogen Stellung gegenüber den Konföderierten. Hier erwarteten Franklin und seine Kommandeure weitere Befehle von Burnside, die natürlich nicht eintrafen.

Während die Unionstruppen plünderten bzw. warteten, inspizierten Lee, Jackson und Major von Borcke, JEB Stuarts Chefadjutant, das Schlachtfeld. Nachdem Lee festgestellt hatte, daß Burnside wirklich den Großteil seiner Truppen ihm gegenüber aufgestellt hatte, und damit eine Bedrohung bei Port Royal oder Skinkers Neck nicht mehr gegeben war, befahl er Jackson auch die Divisionen von D.H. Hill und Early heranzuführen.

Eine Schwachstelle wurde allerdings übersehen. In A.P. Hills Frontlinie befand sich eine Lücke von ca. 600 m. Diese Lücke lag zwischen den Brigaden von General James Lane und General James Archer. Hinter diesen beiden Brigaden befand sich diejenige des Generals Maxcy Gregg. Dieser wußte nichts von der Lücke vor seiner Front. Vielmehr war er der Meinung, daß sich dort Konföderierte befänden. Würden die Unionstruppen in der Lage sein, diese Schwachstelle zu nutzen ?

Die Schlacht

1. Die Schlacht an Jacksons Frontlinie

Am 13. Dezember 1862 erhielt Franklin seine Befehle von Burnside. Franklin sollte „a division at least“ aussenden und die Höhen um Hamiltons Crossing erobern. Franklin interpretierte den Befehl so, daß er nur eine Division in Marsch setzen sollte. In einer späteren Anhörung vor dem Kongreß behauptete Burnside, er hätte die Order so ausgegeben, daß Franklin mit allen Truppen vorrücken sollte, um die konföderierte Rechte auszumanövrieren. Die Angriffe Sumners auf Marye‘s Heights seien reine Ablenkungsmanöver gewesen, um Longstreet beschäftigt zu halten und dessen Verbindung mit Jackson zu stören. Meines Ermessens handelt es sich hier um reines Schönreden. Franklin konnte den Befehl nicht anders interpretieren, als er es getan hat. Dieser Befehl ist eine logische Konsequenz der Aktionen Burnsides während der gesamten Kampagne.

Franklin erkor Meades Division für den Angriff. Diese sollte von Doubleday und Gibbon unterstützt werden. Doubledays Division stand an der äußersten Linken der Schlachtordnung. Ihr folgte die Division Meades, dann diejenige Gibbons. An diese Truppen schloß sich das Korps von Smith an. In Reserve standen noch Truppen von Hookers Grand Division, so daß Franklin ca. 60.000 Männer aufbieten konnte. General Jackson, auf der anderen Seite, war ebenfalls vorbereitet. Während der Nacht waren die Divisionen D.H. Hills und Ewells, geführt von General Early, auf dem Schlachtfeld eingetroffen, und sie bezogen Reservestellung hinter der Division A.P. Hills. Die Dislokation der konföderierten Truppen sah wie folgt aus : Im Zentrum der Rebellen stand Hoods Division, ein Teil von Longstreets Korps, die allerdings bei Gefahr von Jackson herangezogen werden konnte. An diese schloß sich die Division von A.P.Hill an, die an den Wäldern hinter der Richmond, Fredericksburg and Potomac Eisenbahnlinie Aufstellung genommen hatte. Auf der extremen rechten Flanke stand die Kavallerie JEB Stuarts. Hinter Hill und teilweise hinter Stuart standen drei Divisionen in Reserve : D.H. Hill, Early und Taliaferro.

Franklin, der über die Befehle Burnsides enttäuscht war, war der festen Meinung, daß ihm die Rolle eines Scheinangriffes zugekommen sei. Aufgrund dieser Annahme, verlor er bereits zu Beginn das Interesse an der Schlacht. Dies war ein weiteres Beispiel für die mangelnde Kommunikation im Unionsheer.

Gegen 10 Uhr hob sich der dichte Nebel, der bisher über dem Schlachtfeld gelegen hatte. Meade und Gibbon begannen vorzurücken. Die Artillerie der Union, die am gegenüberliegenden Ufer auf den Stafford Heights positioniert war, eröffnete das Feuer. Als die Unionstruppen vorrückten, erbat sich Major Pelham, ein junger Artillerieoffizier in Stuarts Kavallerie, von diesem die Erlaubnis zwei Kanonen an der Flanke auffahren zu lassen. Stuart gestattete dies, und Pelham eröffnete das Feuer auf die Flanke der vorrückenden Union. Obwohl eine seiner Kanonen bald von gegnerischer Artillerie zerstört wurde, gelang es Pelham den Vormarsch um eine Stunde aufzuhalten, und daß mit zwei Kanonen ! Außerdem zwang diese Aktion General Reynolds dazu, den Vormarsch Doubledays zu stoppen. Seine Division schwenkte und machte Front gegen weitere mögliche Angriffe von der linken Flanke. Damit hatte Meade allerdings seine Unterstützung am linken Flügel verloren. Gegen 11 Uhr hatte Meade seine Truppen wieder geordnet – Pelham hatte sich mittlerweile zurückgezogen, weil ihm die Munition ausgegangen war – und der Vormarsch startete erneut. Meades Division (1st Brigade unter Sinclair, 2nd Brigade unter Col. Magilton, 3rd Brigade unter Brigadier General C. Feger Jackson) rückte vorwärts. Als sie sich auf ca. 800 Meter den konföderierten Linien genähert hatten, eröffneten die Rebellen das Artilleriefeuer. Die Soldaten Meades gingen in Deckung. Nachdem der konföderierte Beschuß eingesetzt hatte, antworteten auch die Kanonen der Union. Das sich anschließende Artillerieduell dauerte zwei Stunden. Als einer der letzten Schüsse einen Munitionswagen der Rebellen traf und für Konfusion in deren Reihen sorgte, erkannte Meade seine Chance und führte seine Truppen erneut vorwärts. Jetzt, es war gegen 13.30 Uhr, brach Meades 1st Brigade in die Lücke ein, die die Konföderierten vergessen hatten zu schließen. Durch dichtes Unterholz und Matsch bahnten sich die Truppen Meades einen Weg und fielen dem überraschten konföderierten General Archer in die Flanke. Dieser wurde völlig überrascht, da er nichts von der Lücke wußte und einen Frontalangriff erwartete. Seine Männer wurden zurückgedrängt. Meades 2nd Brigade ebnete sich ebenfalls den Weg durch das Unterholz und fiel in die Flanke der konföderierten Brigade unter Lane, die sich neben diesem Flankenangriff auch noch der frontal geführten Attacke von Gibbons Division gegenübersah. Dieser doppelten Belastung hielten die Männer nicht stand, und sie wichen zurück. Meades 1. und 2. Brigade rückten jetzt vor. Dabei trafen sie auf die konföderierte Brigade Greggs, die völlig unvorbereitet war. Sogar die Gewehre standen noch zu Pyramiden aufgetürmt in der Ecke, immerhin vermutete man noch eigene Truppen vor sich. Ja Gregg hatte sogar seine Männer davor gewarnt auf die sich nähernden Einheiten zu feuern, weil er sie für eigene hielt. Die Brigade wurde hart getroffen, Gregg selbst tödlich verwundet. General Feger Jackson, dessen 3. Brigade hinter einem Steinwall vor Archers Front in Deckung gegangen war, wollte, angespornt von dem Erfolg der beiden anderen Brigaden, seine Truppen wieder ins Spiel bringen. Dabei wurde er allerdings tödlich getroffen.

Meade war rasend. Auf seiner Rechten war der Angriff Gibbons steckengeblieben. Er selbst benötigte unbedingt Truppen um den Durchbruch zu stabilisieren oder zu erweitern. Er sandte einen Hilferuf zu General Birney, dem Kommandeur der 1. Division der Center Grand Division, die Franklin zugeteilt worden war. Birney weigerte sich der Nachfrage eines gleichgestellten Generals nachzukommen. Er meinte, er würde nur Befehle von Reynolds annehmen. Nachdem Meade nochmals einen Boten geschickt hatte, und dieser mit dem gleichen Ergebnis zurückkam, jagte er persönlich zu Birney. Er erklärte diesem, daß er die volle Verantwortung für ein Eingreifen Birneys übernehmen würde. Letztendlich stimmte Birney zu ; aber es war zu spät. Die konföderierte Gegenattacke unter General Jubel Early hatte begonnen.

Zu einem früheren Zeitpunkt der Schlacht, als die Unionstruppen mit ihrem Marsch begannen, befahl General Thomas Jackson Early und D.H. Hill Truppen zu JEB Stuart zu schicken, um dessen rechte Flanke zu decken. Bevor Early noch seine Einheiten in Marsch setzen konnte, hörte er das die Union durch A.P. Hills Mitte durchstieß. Early entschied seine Befehle zu ignorieren und führte seine Truppen zu dem bedrohten Abschnitt. Meade, dessen Truppen ja feststeckten, wurde zurückgetrieben. Auch die Brigaden von Archer und Lane fingen sich wieder und unterstützten den Angriff. Die Linie der Unionstruppen brach zusammen und begann einen überstürzten Rückzug. Um den Effekt noch zu verstärken, rückte die konföderierte Artillerie wieder vor und eröffnete erneut das Feuer. Die konföderierten Truppen erhielten Befehl, die Eisenbahnlinie nicht zu überschreiten. Zwei Brigaden (Col. Hoake und Col. Atkinson) ließen sich allerdings nicht bremsen und verfolgten die zurückweichenden Nordstaatler. Alsbald sahen sie sich mit den Truppen Birneys und Sickles konfrontiert, die jetzt vorrückten .Die Rebellen mußten auf die Hauptkampflinie zurückweichen. Die Verwundeten, zu ihnen gehörte auch Col. Atkinson, wurden zurückgelassen. Burnside befahl nun Franklin die Angriffe zu erneuern. Doch dieser, völlig enttäuscht, ignorierte die Befehle. Jackson, auf der anderen Seite, plante allerdings die Yankees in den Fluß zu werfen. Zunächst befahl er die Truppen A.P. Hills in Reserve, die nun von den Männern Hoods, D.H. Hills und Taliaferros ersetzt wurden. Diese Umgruppierung dauerte jedoch relativ lange, und als die Konföderierten vorwärts marschierten, empfing sie ein mörderisches Feuer von den Batterien der Union. Als Jackson dies erkannte, befahl er die Angriffe einzustellen. Als die Abenddämmerung einbrach, plante er die Attacke zu erneuern. Er fragte den Stabsarzt seines Korps, ob er genügend Verbandsrollen habe. Dieser antwortete, genügend für die Verwundeten. Doch Jackson sagte ihm, nein, er wolle damit seine Männer ausstatten, daß sie sich bei einem Nachtangriff orientieren könnten. Dieser Plan wurde allerdings nicht ausgeführt. Man sieht allerdings hier, daß die Kriegführung des Südens diejenige des Nordens in dieser Schlacht um Längen übertraf. Sowohl auf strategischer, als auch taktischer Seite. Der Norden hatte ein echtes Kommunikationsproblem, während die Kommandeure des Südens eine erstaunliche Eigeninitiative an den Tag legten. Die Aktionen an der Frontlinie Jacksons kosteten die Union 4.800 Verwundete, Vermißte oder Getötete. Die Konföderation verlor 3.400 Soldaten.

2. Die Schlacht an Longstreets Frontlinie

Am Morgen des 13. November bereiteten sich beide Seiten im Norden des Schlachtfeldes auf die bevorstehende Schlacht vor. Sumners Grand Division nahm unter dem Schutz des Morgennebels Aufstellung. Sumner erhielt im übrigen von Burnside ähnliche Befehle wie Franklin : Er sollte Marye‘s Heights erobern und halten, mit „a division or more“. Außerdem befahl Burnside Sumner, daß er sich auf der rechten Seite des Flusses aufzuhalten habe, weil er von der Gewohnheit seines Kommandeurs wußte, sich immer persönlich in die Schlacht zu werfen. Auf der konföderierten Seite hatte McLaw Barksdales Männer in die Reserve geschickt. An ihre Stelle rückte die Brigade von General Thomas R.R. Cobb, die das Hohlweggelände (die berühmte „sunken road“) vor Marye‘s Heights besetzte. Auf Cobbs Linker wurde die 24th North Carolina in Schützengräben plaziert, die die Frontlänge nochmals um 250 Meter verlängerte. Insgesamt standen 2.000 Rebellen gut verschanzt in Deckung, um den Angriff der Union zu erwarten. Weitere 7.000 Mann standen direkt dahinter auf dem Höhenrücken in Reserve.

Als sich der Nebel lichtete bot sich den Unionssoldaten folgendes Bild : Vor ihnen erstreckte sich eine Ebene, an deren Ende (in ca. 600 Metern Entfernung) sich die Höhenzüge der Marye‘s Heights erhoben. In 200 Metern Entfernung durchschnitt ein Kanal die Ebene, über den drei Brücken führten. Bei einer Brücke fehlten die Planken. Am Fuß der Höhen zog sich ein Steinwall entlang. Hinter diesem lief ein Hohlweg. Die Konföderierten hatten diesen noch vertieft, so daß die Truppen vollständig im Schutz hinter der Steinwand standen. Longstreets Artilleriekommandeur Col. E. Porter Alexander bemerkte, daß es in der gesamten Ebene keinen Platz gäbe, den seine Kanonen nicht treffen könnten. So lag das Feld völlig offen vor den konföderierten Linien, während die Unionssoldaten ihre Gegner nicht sehen konnten.

Gegen Mittag befahl Sumner den Angriff. Der Kommandeur des 2. Armeekorps der Right Grand Divison Major General Couch, übertrug die erste Attacke der Division von General French. Die erste Brigade Kimballs rückte vor. Die Brücken mußten in Kolonnenformation überquert werden, danach entfaltete man sich zur Schlachtordnung. Die Rebellen eröffneten ein höllisches Feuer. Innerhalb von 15 Minuten lag die gesamte Brigade am Boden. Der große Teil tot oder verwundet, der kleinere Deckung suchend. Die Rebellen standen in Zweierreihen hinter dem Steinwall. Die erste Linie feuerte, trat zum Laden zurück. Dann schoß die zweite und machte wieder Platz für die erste. So konnte ein permanentes Feuer aufrecht gehalten werden, und das in völliger Deckung. Nach Kimballs Brigade rückte Andrews Brigade vor. Fast die Hälfte der Männer fiel bereits nach fünf Minuten aus. Es folgte die 3. Brigade unter Palmer. Sie ereilte das gleiche Schicksal. Innerhalb von einer Stunde war eine Division nahezu aufgerieben.

Nun nahm die Division von General Winfield S. Hancock Aufstellung. In der ersten Linie stand die Brigade Zook, gefolgt von Meaghers Irish Brigade und schließlich von der Brigade Caldwells. Die Brigade Zook ereilte das bekannte Schicksal. Die irische Brigade, die folgte, kam bis auf ca. 50 Meter an den Steinwall heran, wurde dann allerdings auch niedergeworfen, und dies vernichtend. Die Hälfte der Männer lag tot oder verwundet auf dem Schlachtfeld. Das gleiche Schicksal erwartete Caldwells Männer. Hier kamen jedoch zwei Regimenter bis auf 40 Meter an die rechte Seite des Steinwalls heran. Deren Kommandeur Colonel Nelson Miles hechtete über das Schlachtfeld zurück, um General Caldwell zu berichten, daß ein Bajonettangriff auf die rechte Seite vielleicht erfolgreich wäre. Zu diesem Ergebnis war auch General Couch gelangt. Er gab entsprechende Informationen an General Howard dessen Division nun an der Reihe war. Bevor dieser aber seine Taktik ändern konnte, erhielt er Hilferufe von French und Hancock die um Entsatzangriffe für ihre zerschlagenen Divisionen baten. Howards Division setzte sich daraufhin in Marsch. Augenzeugen berichteten, daß der Vormarsch durch die Unmengen von Toten und Verwundeten auf dem Feld erheblich erschwert wurde, und daß das gesamte Feld von Blut bedeckt war, das das Gras schlüpfrig machte. Auch Howards Truppen kamen nicht weiter.

Die ganze Zeit waren die konföderierten Generäle im Zweifel, ob die Position halten würde, oder ob sich auf der linken Seite – von ihnen aus gesehen – Gefahr anbahnen würde. Nachdem allerdings Welle um Welle der Union zurückgeschlagen wurde, lichteten sich die Zweifel. Vielmehr verstärkte man nun die Linie hinter dem Steinwall mit vier weiteren Regimentern (Unter General Kershaw und General Ransom). Der Kommandant am Wall, Cobb, wurde zu diesem Zeitpunkt am Bein verwundet. Kershaw übernahm seinen Platz. Die Verstärkungen erlaubten nunmehr die Bildung einer Viererreihe. Das Feuer wurde noch mörderischer.

Nun avancierte die nächste Division unter General Sturgis. Er versuchte seine Truppen nach rechts zu führen, aber auch seine Bemühungen endeten im Feuerschlund der Rebellen. Nunmehr wurden die Angriffe zunächst gestoppt. Vier Divisionen lagen auf der Ebene, tot, verwundet oder in Deckung.

Um 2.30 Uhr befahl Burnside die Wiederaufnahme der Angriffe an beiden Frontabschnitten (siehe auch oben). Nun war General Joseph Hooker an der Reihe, Truppen seiner Grand Division gegen Marye‘s Heights zu senden. Als sich Hookers Männer vorbereiteten, überzeugte sich Hooker persönlich von der Situation. Er glaubte nicht was er sah, und nachdem er erkannt hatte, daß Angriffe sinnlos waren, begab er sich zu Burnside. Seine Vertretung war General Butterfield. Dieser wollte unbedingt Sturgis Männern zur Hilfe kommen, und so befahl er seine 1. Division nach vorne. Nacheinander wurden so die Brigaden von General Griffin gegen den Steinwall geschickt und zerschlagen. Zu diesem Zeitpunkt war Couch der Meinung, Artillerie auf der Ebene einsetzen zu müssen, obwohl ihm sein Artilleriebefehlshaber davon abriet. So kam es zum Einsatz der 1st Rhode Island Light Artillery, die teilweise noch aufgeprotzt zerschlagen wurde. Letztendlich konnte die Batterie doch das Feuer eröffnen, aber ohne jegliche Auswirkung.

Etwa zum gleichen Zeitpunkt entdeckte irgendeiner Bewegungen auf Marye‘s Heights und irgend jemand kam zu dem Ergebnis, daß sich die Rebellen im Rückzug befänden – irgendwie kommt das doch einem bekannt vor ! General Humphreys 3rd Division machte sich fertig, diesmal sogar mit ungeladenen Musketen, da man der Meinung war, daß der Halt beim Feuern die ganze Situation nur erschweren würde. Auch diese Division kam nicht weit voran, ebensowenig wie die Division von General Sykes, die folgte. Hooker kehrte nun von der Besprechung mit Burnside zurück. Ihm war es nicht gelungen den Oberkommandierenden von der Sinnlosigkeit der Angriffe zu überzeugen. Folglich befahl er der Division General Gettys in Stellung zu gehen. Die Brigade von Col. Rush Hawkins setzte sich in Bewegung und da die Dämmerung einsetzte, wurde sie nicht direkt von den Südstaatlern entdeckt. Doch diese Ruhepause dauerte nicht lange, und die Brigade ging in Deckung. Hooker hatte genug gesehen, und befahl die Einstellung aller Angriffe, „da er genügend Männer verloren habe, wie dies seine Befehle verlangten“.

Im Gesamten wurden sieben Divisionen gegen den Steinwall geworfen. Die Union verzeichnete über 7.000 Verluste, gegenüber 1.200 auf Seiten der Konföderation. Die höchsten Verlustzahlen der Schlacht hatte Couchs 2. Korps (4.107). Die stärksten Verluste auf Divisionsebene hatte Hancocks Division (2.043), und hier wiederum Caldwells Brigade (962). Interessanterweise folgen in der Höhe der Verlustraten Reynolds Korps (3.317), Meades Division (1.853) und Jacksons (681) sowie Magiltons (632) Brigaden in Meades Division. Das heißt, daß die Schlacht am Südflügel, derjenigen am Nordflügel kaum nachstand. Das am Steinwall nicht noch höhere Verlustraten auftauchten, ist wohl darauf zurückzuführen, daß die Soldaten eher als ihre Kommandeure die Sinnlosigkeit der Angriffe erkannten. Nachdem die ersten Wellen solch hohe Verlustraten zu verzeichnen hatten, sind die folgenden wohl um so früher in Deckung gegangen. Das Ausmaß des Gemetzels wird wohl am deutlichsten, wenn man die Schlacht einmal mit einem späteren Ereignis vergleicht : Vor einem Jahr kam ein Film in die deutschen Kinos,... „der Soldat James Ryan“. Alle Kritiker und Zuschauer waren der Meinung, daß die erste halbe Stunde kaum erträglich gewesen sei . Die Brutalität des Krieges sei hier auf das realistischste verdeutlicht worden. Wenn man sich vorstellt, daß die Amerikaner bei dem Landeunternehmen in der Normandie ca. 6.600 Soldaten, inkl. Verwundete und Vermißte, verloren, und daß hierin die Verluste der Luftlandedivisionen (2.499) bereits enthalten sind, kann man sich wohl ein ungefähres Bild von der Ebene vor der Steinmauer machen. Würde diese Szene realistisch verfilmt werden, hätte man wohl wirklich einmal einen schonungslosen Antikriegsfilm vor sich.

Insgesamt verlor die Army of Potomac in der Schlacht 12.653 Soldaten, die Army of Northern Virginia 5.377.

Die Nacht nach der Schlacht war fürchterlich. Die Körper der Toten, Verwundeten oder Lebenden froren am Boden fest. Konföderierte Scharfschützen fesselten die Überlebenden am Boden. Burnside beabsichtigte ursprünglich die Angriffe am anderen Tag zu erneuern. Seine Kommandeure konnten ihn diesmal allerdings von der Sinnlosigkeit einer solchen Maßnahme überzeugen. So begann am Spätnachmittag des 14. Dezember der Rückzug der Unionsarmee über den Rappahannock.

Die beste Beschreibung des Geschehens liefert uns ein Augenzeugenbericht von Alexander Hunt, Gefreiter des 17th Georgia Regimentes : „Den ganzen Tag über beobachteten wir die fruchtlosen Angriffe, mit ihrem fürchterlichen Gemetzel, bis wir krank am Herzen wurden. Nachdem ich sah, wie eine Schützenlinie von einer einzigen furchtbaren Salve von Kershaws Männern hinter dem Wall weggefegt wurde, vergaß ich, daß das die Feinde waren, und ich dachte nur noch an die Männer, und es ist hart, mutige Männer unbeteiligt, mit kaltem Herzen, sterben zu sehen“.

Figuren

Die Schlacht von Fredericksburg ist nach meiner Meinung die Schlacht des amerikanischen Bürgerkrieges, die es verdient hätte, in einem großangelegten Diorama nachgestellt zu werden. Dabei möchte ich betonen, daß ich nicht die Leistungen der verschiedenen Gettysburg Projekte schmälern will. Aber es gibt wohl wenige Schlachten, die so viele Möglichkeiten bieten. Das Schlachtfeld wurde vom Rappahannock durchschnitten. Auf den Höhen am Ostufer stand die Unionsartillerie. Fredericksburg im Norden des Schlachtfeldes kann als Stadt nachmodelliert werden. Die Höhenzüge, inklusive des Steinwalls, die Bahnlinie, die Wälder, also die Standorte der Konföderierten bieten zahlreiche Möglichkeiten für ein sehr schönes Diorama. Auch der Einsatz von Pontonbrücken, Sturmbooten bei der Flußüberquerung, Heißluftballons und Kanonenbooten könnte sehr gut nachgestellt werden. Auch die klimatischen Bedingungen bei Fredericksburg würden noch einiges zum Gelingen beitragen. Die Schlacht fand ja im Winter statt. Es lag zwar keine durchgehende Schneedecke, aber ein Augenzeuge berichtete : „Ein leichter, aber blendender Schnee unten, eine strahlende Sonne oben, verstärkten noch die funkelnden Reflexionen von 40.000 schimmernden Bajonetten“. (J.H. Moore, konföderierter Gefreiter) Auch der Einwand, daß das Gemetzel zu groß gewesen sei, um es in einem Diorama nachzustellen, kann man nicht gelten lassen, immerhin wird Picketts Angriff bei Gettysburg, der ähnlich blutig war, in diversesten Variationen nachgestellt. Vielleicht findet sich ja einmal eine Projektgruppe, die sich an dieses Unternehmen heranwagt. Ich würde es begrüßen.

Als Figuren können natürlich alle Sets der bekannten Hersteller herangezogen werden. Die Figuren sind zum großen Teil natürlich im typischen blau bzw. grau-butternut anzumalen. Allerdings finden sich bei Fredericksburg auch andere sehr interessante Uniformen : Auf Seiten der Konföderation finden sich die 6th Virginia, Woodis Rifles. Diese trugen grüne Schützenuniformen mit einem grünen Kepi bzw. schwarzen Hut, dessen linke Seite hochgeklappt war (Haythornthwaite, Uniforms of the Civil War in Color, Nr. 53). Leider waren bei Fredericksburg keine Zuaveneinheiten der Konföderation anzutreffen.

Auf Seiten des Nordens finden sich verschiedene sehr interessante Einheiten, so zum Beispiel die Soldaten der Irish Brigade. Sie trugen einen blauen Uniformrock mit grünen Aufschlägen, grauen Hosen und einem blauen Kepi mit einem roten dreiblättrigen Kleeblatt auf der Oberseite. Außerdem führten sie eine grüne irische Fahne ins Feld. (Hay. Nr. 17). Die 69th New Yorker, die ebenfalls in der Brigade kämpften, besaßen eine Zuavenuniform mit dunkelblauer Zuavenkappe und Jacke mit roten Litzen. Eine hellblaue Weste, Hosen und Schärpe ergänzten das Bild. Die Gamaschen waren beige. (Hay. S.126). Die 9th New Yorker trugen ebenfalls eine Zuavenuniform. Diese war dunkelblau mit purpurnen Aufschlägen. Die Mütze ebenfalls im purpurnen Farbton, während die Schärpe hellblau war ; die Gamaschen in Weiß (Hay. Nr. 19). Das 5th New York und das 14th New York trugen Zuavenuniformen, und zwar in den uns geläufigeren Variationen. Rote Hose, dunkelblaue Jacke, hellblaue Schärpe, weiße Gamaschen und weißer Turban mit rotem Mützeninnenteil. (Hay. Nr. 18 und 26). Das 114th Pennsylvania trug eine Uniform, die den französischen Chasseurs a pied des zweiten Kaiserreiches nachempfunden war : Weite zuavenähnliche rote Hose, dunkelblaue Jacke, rote Weste und Schärpe und ein Kepi in den Farbtönen rot über blau. (Hay. Nr. 24). Hier eignen sich am besten die nachladenden Figuren Italeris mit den Pluderhosen. Die 2nd US Sharpshooters trugen die berühmte grüne Schützenuniform mit grünem Kepi. (Hay. Nr. 27). Auch die Iron Brigade stand bei Fredericksburg. Diese ist besonders durch das Tragen des Hardee Hutes bekannt. (Hay. Nr. 16).

Damit wären wir am Ende des Artikels angelangt. Wenn sie weitere Informationen zum amerikanischen Bürgerkrieg wünschen, allerdings nicht zuviel Geld für teure englischsprachige Literatur hinblättern wollen, empfehle ich das Internet. Auch der obige Bericht basiert zum großen Teil auf Quellen, die hier zu finden sind. Die Artikel zum ACW gehen in die Tausende. Am besten starten sie bei www.confederate.net , eine geniale Adresse von der man weiterverzweigen kann.

Ich hoffe, daß meine Ausführungen ihr Interesse geweckt haben, und sie bereits beim Lesen, die Stichsäge, den Kaffeesatz, den Gips etc. bereitgelegt haben, um schnurstracks in den Keller oder auf den Speicher zu stürmen.

Viel Spaß beim Basteln.

Author : Andreas Kopp, M.A.


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Emmanuel et toute l’équipe d’Histofig.Com


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As planned, we closed our doors on Wednesday 30th of December 2009 after around ten years of services.

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